| Rolf Böttcher Auf dem Weg nach Amerika Auswanderung im 17. und 18. Jahrhundert 96 Seiten, 150 Abbildungen, 16,00 Euro ISBN 3-89429-882-0
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| "Auf dem Weg nach Amerika'' ist eine spannende und anschauliche Darstellung
der frühen deutschen Auswanderung in die Neue Welt. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg machte es für die Briten notwendig, Soldaten nach Amerika zu schicken, um die Unabhängigkeitsbewegung im Keim zu ersticken. Da nicht genügend eigene Truppen vorhanden waren, wurden Söldner ausländischer, insbesondere deutscher, Fürstenhäuser gekauft und in den Krieg geschickt. Viele dieser Soldaten blieben nach der siegreichen Revolution in Amerika und wurden damit zu Auswanderern. Vor ihnen war bereits eine große Anzahl religiöser Auswanderer nach Amerika gezogen. Religiöse Beweggründe galten lange als einzige Ausnahme der Auswanderungsverbote, die Europa und Deutschland beherrschten. Als auch aus anderen Gründen, zumeist aus wirtschaftlicher Not, immer mehr Menschen begannen, sich auf den Weg zu machen, taten sie es zunächst gegen diese Verbote illegal und begeben sich damit auf eine gefährliche Wanderschaft. Da es bei diesen Zügen oft an Geld für die Überfahrt mangelte, wurde in den Auswandererhäfen ein System der Zinssklaverei - das Redemptionsystem - eingeführt: Die Auswanderer wurden von den Kapitänen der Schiffe verkauft und mußten sich unter schwersten Bedingungen ihre Überfahrt in Amerika abverdienen. Die Geschichte der Auswanderung ist aus der Geschichte Bremerhavens nicht wegzudenken. Ihre Gestalt im 17. und 18. Jahrhundert erklärt, wie es im 19. Jahrhundert zu dieser Verknüpfung kommen konnte. Dem Autor ist das Kunststück gelungen, die komplexen Zusammenhänge bei aller wissenschaftlichen Genauigkeit so darzustellen, daß sich das Buch über weite Strecken spannend wie ein Roman liest. |
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